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1....klare Gliederung

 

        Zum Beispiel durch die

Standpunktformel:

        Standpunkt kurz und deutlich sagen

        Begründung anführen

        Beispiele bringen

        Schlussfolgerung ziehen

        Aufforderung zur Aktivität

Oder den

Fünfsatz:

Warum spreche ich?

Was ist der Fall?

Was müsste (stattdessen) sein?

Wie lässt sich das erreichen?

Was können wir tun?

 

 

2. ... rhetorische Mittel
- Einige Grundbegriffe am Beispiel von Werbung

 

Ambiguität: Die in einem Wortspiel steckenden vielfältigen Möglichkeiten, verschiedene Ebenen zu verknüpfen und unterschiedliche Assoziationen durch unterschiedliche Bedeutungen auszulösen, machen es zum am häufigsten eingesetzten rhetorischen Mittel.

Uniroyal rallye 580 - Richtungsweisend bei Nässe.
[Wüstenrot: Zum Glück berät Sie Wüstenrot
Das Bier auf seine schönste Weisse
Thyssenstahl: Eine alte Liebe wird nie zum alten Eisen.
Nordmende Hi-Fi-Videorecorder: Da werden Ihre Ohren Augen machen!Die semantische Mehrdeutigkeit mobilisiert beim Rezipienten "Verstehens-Ressourcen", durch die er die anderen Bedeutungs-Ebenen erschließt und ein Erfolgserlebnis hat. Das zusätzliche Schmunzeln ist dann ein positiver Nebeneffekt.

Auch die Sentenz, die Aufnahme oder ganze Übernahme von Sprichwörtern, Redewendungen und bekannten Zitaten, ist in der Sprache der Werbeslogans sehr beliebt:

Castrol. Das muss drin sein.
[Ostmann] Ein anderer Mann kommt mir nicht in die Küche
Der Stoff, der Ihre Adern schützt!
Das Heft zum bewegten Leben.Die so gebildeten Slogans erscheinen dem Kunden "vertraut und etabliert". Die beim Rezipienten vorhandenen Bewertungen werden ausgenutzt. Der Wahrheitsgehalt braucht nicht erst erneut überprüft zu werden. Am wichtigsten ist aber, dass die übernommenen Ausdrücke dem Verbraucher nicht mehr infiltriert werden müssen, da sie in seinem Bewusstsein längst fest verankert sind.

Parallelismus wird verwendet, um einen rhythmuserzeugenden Effekt zu erzielen. Slogans, die auf diese Weise komponiert werden, wirken in sich abgerundet. Der Parallelismus wird häufig mit einer Doppelung verbunden:

Nicht zu teuer, nur zu gut.
Unverändert: Der Geschmack. Schön wie nie: Die Packung.
A good friend. A great car.
Weißblech. Voll gut. Leer gut.
UVau Derm Aus Liebe zur Sonne. Aus Liebe zur Haut.
Zieht schnell ein - pflegt schnell schön.
Mehr von Philips. Mehr vom Leben.Die Übertreibung (Hyperbel) ist, wie die Behauptung, eine slogantypische Erscheinung. Es wurden daher nur solche Hyperbeln aufgelistet, die erheblich übertreiben: Für das Wichtigste im Leben [BKK]
[Minolta] Alles wird gut
[Kaufhof] Alles was ich will!
Everstyl-Sessel: wo Komfort sich mit Schönheit vereinigt.
Sat.1 Die beste Zeit des Tages
Opel Frontera. Die Entdeckung einer neuen Welt. [Opel]Die Personifizierung ist ebenfalls ein beliebtes Stilmittel. Das Produkt erhält menschliche Züge und eine Seele. Mit diesen Eigenschaften tritt es viel näher an den Kunden heran, als "tote" Ware das vermag. Konstruktionen dieser Art suggerieren Selbständigkeit und Eigendynamik der Ware. Sie wird zum Berater, Helfer, guten Bekannten und sogar Freund: Ihr Sparbuch hat was Besseres verdient
[Coral] Unser wahrer Farbexperte.
Renault Twingo. Der macht die Welt verrückt.
Neckermann macht's möglich.
A good friend. A great car.Der Stabreim (Alliteration), die Lautwiederholung am Anfang betonter Silben, wird gern und häufig verwendet. "Nur wenige Kenner und Könner wissen den Wert des Stabreims zu schätzen, kennen seine unwiderstehliche Gewalt auf unser Erinnerungsvermögen." Der Stabreim klingt angenehm und ist harmonisch. Er ist leicht erinnerbar und abrufbar. [Condor] Ihr Ferienflieger
In Touch with Tomorrow [Toshiba]
[Tiffany] Für Genießer gemacht.
[BMW] Freude am Fahren
[L-Bank] Leistung und ein Lächeln.

bei drei Wörtern: D2 privat. Das Leben ist zu kurz für eine lange Leitung.
Neckermann machtís möglich.
mobil mit Mobilat
Mars macht mobil

oder noch gehäufter: Mezzo Mix mischt mit.
Cool und Clever: Mobile Kühlung von Waeco.
Fit for fun ... Die Dose, die es in sich hat.

Das dritte Beispiel besitzt neben zwei Alliterationen (/f/ und /d/) noch vier ähnlichklingende Wörter. Im weiteren Sinne kann die Assonanz, die ebenfalls eine Wort- und Klangfigur ist, zur Figur der Alliteration zugerechnet werden. Beide Stilmittel lassen einen Rhythmus entstehen, der es erleichtert, den ganzen Slogan einzuprägen.

Doppelung/Steigerung: Oft wird versucht, durch eine Wiederholung desjenigen Wortes, das den Kern der Aussage transportiert, dieses nachhaltig einzuprägen. Dieser Begriff ist häufig ein Schlüsselwort:

Mehr von Philips. Mehr vom Leben.
Holen Sie sich ein Stück Natur ins Haus: Grün leben, besser leben.
UVau Derm Aus Liebe zur Sonne. Aus Liebe zur Haut.
Viel zu gucken. Viel zu lesen. Viel zu staunen.
Viel [Gala]

 

Zusammenfassung: Was rhetorische Mittel leisten können:

ANSCHAULICHKEIT:
Beispiele (Einzelheiten, Konkretisierungen)
Vergleich (so wie, als ob)
Erzählung (Anekdote, Erlebnis, Erfahrung, Gehörtes, Gelesenes zum Thema)

EINDRINGLICHKEIT:
Wiederholung und Verdeutlichung (... mit anderen Worten..., anders ausgedrückt..., man muss sich das so vorstellen..."), Übertreibungen: Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!" ,
Wortspiele, paradoxe Formulierungen: Weniger ist mehr". Wer blau fährt, sieht rot."

SPANNUNG:
Steigerung der Argumente (Höhepunkt anstreben): Erstens, zu allererst ... am wichtigsten aber ..."
Triade (dreifache Wiederholung eines Satzanfanges: Wenn, wenn, wenn ... dann)
Gegensätze herausstellen - Kontrastierungen: Einerseits ... andererseits.

EINBEZIEHUNG DES HÖRERS:
Vorgriff : Überlegen wir einmal, wie die Antwort auf diese Frage aussehen könnte ...")
Einschub: Hier fällt mir ein, wie ich neulich...";
Fragen, die sich selbst beantworten: Ist das überhaupt wünschenswert?","Wollen wir das wirklich?"
Fragen, die der Redner anschließend beantwortet: Warum ist das so? Weil...", Was bedeutet das nun für uns?", Heißt dies nun, dass..."
Scheinfragen: Sind wir uns nicht darin einig, dass ...?"
Mitverstehen: "Es ist Ihnen ja sicher auch schon aufgefallen/der Gedanke gekommen, dass...", Ihr habt sicher auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ..."

 

3. ... Stimme und Körper

        Mit dem Mund, den Augen und den Händen reden!

        Gleich zu Beginn Blickkontakt mit dem Publikum aufnehmen

        Ab und zu die Zuhörerschaft anschauen (nicht anstarren oder auch den Blick schweifen lassen) und/oder direkt ansprechen.

        Die Rede mit einer Anrede beginnen (Guten Tag/Abend/Morgen, meine Damen und Herren, liebe Sportskameraden, Mitschüler, Landsleute, Leidensgefährten ...) und

        mit einem deutlichen Schlusssignal enden (Danke, ich danke Ihnen, nicht: So, das wars!)

        Was macht man mit den Händen? Am besten ist es, etwas zum Festhalten zu haben, z.B. einen Kuli, Stift, ein Blatt Papier, einen Pult!

        Langsamer sprechen als man es gewöhnt ist, aber besser artikulieren und intonieren.

        Keine Angst vor der Sprechpause, der Zuhörer ist vielleicht dankbar dafür!

 

4. Tipps gegen das Lampenfieber

Gründlich vorbereiten.

Den Eröffnungssatz im Manuskript ausformulieren und gut merken.

Eine Redeprobe vorher abhalten.

Freunde mitnehmen zum Vortrag.

Entspannen vor Redebeginn (z.B. 20 tiefe Atemzüge)

Gerade zu Beginn langsam reden.

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