Ernst Theodor Amadeus Hoffmann

 

 

1776

24. Januar 1776 Geburt Ernst Theodor Wilhelm Hoffmanns in Königsberg.

 

1778

 

Hoffmanns Eltern lassen sich scheiden.  Seine Mutter zieht mit ihm in das Haus seiner Großmutter Louise Sophie Doerffer.

 

1782

 

Hoffmann wird in der reformierten Burgschule in Königsberg eingeschult. Ein Lehrer in der Schule, Stephan Wannowski, erkannte die Fähigkeiten von E.T.A. und förderte ihn.

 

1786

 

Hoffmanns Freundschaft mit Theodor Hippel beginnt. Dieser blieb ihm ein Leben lang sein bester Freund.

 

Kindheit

Der Vater, Christoph Ludwig Hoffmann, ein launenhafter Rechtsanwalt (Advokat beim Hofgericht in Königsberg), Original und Säufer, ließ sich vier Jahre nach der Geburt von der hysterischen und fanatisch ordnungsliebenden Mutter, eine Kusine des Vaters, Luise Albertine geb. Doerffer, scheiden. Seine Mutter bricht zeitlebens nicht aus den bürgerlichen Konventionen aus und bleibt ihrem Leben gegenüber klagend-negativ eingestellt. Hoffmanns älterer Bruder Karl wurde dem Vater, er selbst der Mutter zugesprochen. E.T.A. kehrte mit seiner Mutter ins Haus der Großmutter zurück. Sie bewohnten zusammen mit der Großmutter ein geräumiges Haus, aus dessen oberen Stockwerk die irren Schreie einer Wahnsinnigen drangen, der Mutter des späteren Dichters Zacharias Werner, den sie für die Reinkarnation Christi hielt und dementsprechend erzog. Die "väterliche " Erziehung des Jungen übernahm Otto Wilhelm Doerffer, ein Bruder der Mutter.
Es war ein Chor lichtloser Gestalten, die E.T.A. in seiner Kindheit und Jugend umgaben. Die Erziehung war äußerst streng, ja pedantisch, und der einzige Lichtblick für E.T.A. war die Tante Johanna Sophie Doerffer. . In seinem Roman "Kater Murr" setzt E.T.A. Hoffmann der Tante ein Denkmal mit poetischer Zärtlichkeit. Das Kind findet Trost in der Musik. Weiter fand er Trost bei seinem Freund Theodor Gottlieb Hippel, den er mit elf Jahren kennen lernte und der ihm ein Leben lang sein bester Freund blieb.

Werdegang

Jurastudium und erste Juristenlaufbahn (1792 - 1808)
Während Hoffmann beruflich der Familientradition nachfolgt, schwimmt er sich während dieser Jahre auch, sowohl durch sein eigenes Potential bedingt, aber auch durch die äußeren Gegebenheiten, frei und folgt am Ende seinen musikalischen Neigungen und Talenten.

1792 

Hoffmann beginnt sein Jurastudium an der Universität Königsberg.

 

Sein Wissen reichte weit über das hinaus, was für sein Alter zu erwarten war.

 

1795

Erfolgreiches Bestehen des Ersten Juristischen Staatsexamens.  Hoffmann beginnt seine erste Tätigkeit als Auskultator in Königsberg.

 1796

13. März: Tod der Mutter. 

 

Hoffman verliebt sich in die verheiratete, zehn Jahre ältere Cora Hatt.

 

Nach dem Examen geht er zu seinem Großonkel Voeten als Protokollführer. Das, was E.T.A. dort erlebt, spiegelt sich in "Das Majorat" wieder.

 

E.T.A. meldet sich nach Glogau, um sich von der ungeliebten Familie und der geliebten, aber verheirateten Cora zu trennen. Im Juni wird Hoffmann nach Glogau versetzt.

Die Unabhängigkeit, die er sich davon erhofft hatte, stellte sich jedoch nicht ein. Er wohnte dort bei seinem Onkel Johann Ludwig Dörffer, einem ebenso steifen Juristen wie sein anderer Onkel.

 

1797

27. April: Tod des Vaters in Insterburg.  Von April bis Juni hält sich Hoffmann in Königsberg auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1798

Hoffmann verlobt sich mit Minna Doerffer, konnte aber Cora nicht vergessen und reiste manchmal nach Königsberg, um sie zu sehen. Cora läßt sich scheiden, heiratet aber einen Schullehrer. E.T.A. ist verzweifelt.

 

Im Juni besteht er sein zweites juristisches Staatsexamen.

Nachdem Johann Dörffer als Rat zum Gericht nach Berlin berufen wurde, erwirkte er für seinen zukünftigen Schwiegersohn ebenfalls die Versetzung an das Kammergericht in Berlin.

 

Hoffman reist zuerst nach Dresden und sieht sich in einer Golgauer Galerie verschiedene Meisterwerke an. Während seiner Zeit in Glogau liest  E.T.A. viel und schreibt eine Erzählung: "Die Jesuitenkirche zu Glogau.“

 

Besonders fasziniert war E.T.A. von den Werken von William Shakespeare, das Werk erschien bandweise und E.T.A. erwartete jeden Band mit Ungeduld - übersetzt waren die Werke von Wilhelm Schlegel.

 

Erst Ende August trifft er in Berlin ein.

 

Hier stürzt sich der junge Jurist in das städtische Leben, besucht Konzerte und Theater, Museen und Künstlergesellschaften, versucht sich im Glücksspiel. Allerdings alles noch nicht ganz so ausschweifend wie die Zechgelage mit Literaten und Komödianten/ innen aus dem gegenüberliegenden Schauspielhaus anderthalb Jahrzehnte später in der Weinstube Lutter und Wegener am Gendarmenmarkt. Aber hingezogen zur Musik, nimmt er auch Musikunterricht bei dem ebenfalls aus Königsberg stammenden Komponisten und Musikschriftsteller Johann Friedrich Reichardt.

 

Er lernt Carl Maria von Weber kennen

1799

Erste Komposition : "6 Lieder zur Gitarre und Klavier" und "Die Maske" - ein Singspiel

1800

Im März besteht Hoffmann sein Drittes Juristisches Staatsexamen und wird im Mai zum Assessor der Regierung in Posen ernannt, wo er im Hochsommer ankommt.

In Posen gab es viele Feste und Vergnügungen und er schreibt in einem Brief an den Freund Hippel, "Ich wollte mich betäuben und wurde das, was Onkel und Tanten liederlich nennen..."

Er schreibt das Singspiel "Scapin und Scapine" nach Goethes Text, es wird in Posen aufgeführt.

      1802

      

Skandal: Es gab ein Fest in Posen, zu dem wurden die jüngeren Juristen nicht eingeladen. Die "beste" Gesellschaft war vertreten und E.T.A. ließ durch einen Freund, der als Bilderhändler verkleidet war, Karikaturen verteilen, auf denen er die hohe Posener Gesellschaft mokierte. Noch in derselben Nacht, in der die Blätter zirkulierten, ging eine Eilstafette nach Berlin ab, und die bereits ausgestellte Promotionsurkunde wurde annulliert; Hoffmann wurde nach Plock strafversetzt.

 

Anfang März löst er seine Verlobung mit Minna Doerffer und heiratet am 26. Juli Maria Thekla Michaelina Rorer-Tracinska (Tarzynska) (Micha), eine gutmütige, warmherzige Frau, die ihm zwanzig Jahre lang zur Seite stand, leidenschaftslos, unromantisch, unkompliziert.

Siedelt mit seiner Frau im Sommer nach Plock.

 

Eine unbezahlte Assessorstelle. Die Querelen der Bauern sind zu schlichten, Hühnerdiebe und Schuldner abzuurteilen, Berichte zu schreiben. Seine dortige Stimmung ist aus den eingangs zitierten Tagebucheintragungen ablesbar.

Erste Veröffentlichung "Schreiben eines Klostergeistlichen an seinen Freund ".

 

1804

Es folgten Jahre der bitteren Armut. Anfang dieses Jahres reist Hoffmann nach Königsberg und Leistenau. Hippel schließlich verwandte sich für seinen Freund, half mit einem Darlehen aus und erreichte, dass Hoffmann nun endlich zum Regierungsrat ernannt wurde und ein entsprechendes Gehalt bekam. Damit einher ging die Versetzung nach Warschau. (Frühjahr)

 

Hier lernt er Julius Itzig kennen, der sich später Hitzig nennt und die erste Biographie über E.T.A. schreibt.

 

Er entwirft in diesem Jahr das Ballett "Morosini" und schreibt ein musikalisches Lustspiel "Der Preis".

 

 

 

 

 

 

1805

Im Juli wird Hoffmanns Tochter Caecilia geboren (benannt, nach jener Römerin, die für ihren christlichen Glauben im Jahre 230 den Märtyrertod sterben musste und im 15. Jahrhundert zur Patronin der Musik erkoren wurde).

 

Er wird zweiter Vorsitzender (Mitbegründer) der "Musikalischen Gesellschaft", entwarf Bühnendekorationen und tritt zum ersten mal als Dirigent auf. 

 

Aus seiner Verehrung für Mozart heraus legt er sich als dritten Vornamen dessen Namen Amadeus zu und nennt sich fortan Ernst Theodor Amadeus.

 

1806

Schlacht bei Jena und Auerstädt. Ende November 1806 marschieren die Franzosen in Warschau ein. Von den preußischen Beamten forderten sie im Jahr darauf einen Ergebenheitseid, den Hoffmann verweigerte. Er mußte die Stadt verlassen.

 

Eine Zeit der bittersten Not für E.T.A. Hoffmann, er erkrankt an einem Nervenfieber.

 

1807

Hoffmanns Gattin Micha und seine Tochter Caecilia begeben sich im Januar nach Posen, während Hoffmann im Juni in Berlin eintrifft. Hier versuchte er Zeichnungen zu verkaufen, bot Musikverlagen seine Kompositionen an und bewarb sich an Theatern, alles ohne Erfolg. Nebenbei lernte er Schleiermacher, Fichte, Varnhagen und Chamisso kennen. Bei seiner Geliebten zog er sich die Syphilis zu.

 

Diese Zeit wird von Hoffmann-Biographen als der Beginn seiner Not- und Hungerjahre angesehen.  Mitte August stirbt seine Tochter Caecilia.

 

Sein Freund Hippel rettet ihn vor dem völligen Zusammenbruch.

 

 1808

Mitte April dieses Jahres wird Hoffmann als Musikdirektor nach Bamberg berufen.

Als das Theater schließlich Geldsorgen hat, muss er sich durch Musikkritik, Schriftstellerei und Musikunterricht Geldverdienen. Es geht ihm finanziell sehr schlecht.

Trotzdem sieht er sich auch die örtliche Irrenanstalt an, um Einblicke in die Psychiatrie zu gewinnen, was ihm für seine künftige literarische Tätigkeit hilfreich sein wird. Er führt ein ausschweifendes geselliges Leben mit dem regelmäßigen Besuch in einer Alt- Bamberger Weinstube - ohne Alkohol geht bald nichts mehr

 

Am 1. September 1808 traf er ein und holte bald seine Frau nach.

 

Er Komponiert das Singspiel "Das Gespenst". Es entstehen Aufsätze, die in der Allgemeinen Musikzeitung veröffentlicht werden und "Miserere" für Chor und Orchester.

 

1809

Im Februar 1809 mußte das Bamberger Theater Konkurs erklären [Bankrott], für Hoffmann allerdings stellte der Aufenthalt in Bamberg einen entscheidenden Wendepunkt dar: er wandte sich nun seiner eigentlichen Berufung zu, der Schriftstellerei. 

 

Ritter Gluck erscheint am 15. Februar in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung in Leipzig, was zu Hoffmanns intensiver Mitarbeit als Rezensent dieser Zeitschrift führt, für die er zahlreiche musikkritische Beiträge schreibt.  In Bamberg macht Hoffmann Anfang März die Bekanntschaft des Weinhändlers F.C. Kunz.

 

1810

Die Theaterleitung geht in die Hände Franz von Holbeins über. Unter ihm arbeitet Hoffmann als Regisseur, Dramaturg, Hauskomponist, Bühnen- und Kulissenmaler. 

 

Am 26. September erscheinen in der AMZ Hoffmanns Johannes Kreisler's, des Kapellmeisters musikalische Leiden

 

Begann mit der Niederschrift der dreizehn Kreisleriana, die 1814 in der ersten Novellensammlung Fantasiestücke in Callots Manier erschienen.

 

1811

In diesem Jahr verliebt sich Hoffmann in seine Gesangsschülerin Julia Mark, 16 Jahre alt. Sie macht auf E.T.A. einen so tiefen Eindruck, daß er ganz aus dem seelischen Gleichgewicht kommt. Er denkt an Selbstmord. 

Ein Ausbruch heftigster Leidenschaft; Paroxysmen wechselten mit Gefühlen der Gleichgültigkeit, und das täglich, fast stündlich, insgesamt zwei Jahre lang.



1812

Die so genannte Julia-Affäre treibt ihrem Höhepunkt zu.  Nach einer dramatischen Szene bei einem Ausflug nach Pommersfelden Bruch mit der Familie Mark. 

 

Julia heiratet ihren Bräutigam Graepel im Dezember. 

 

Zur Liebesenttäuschung kamen finanzielle Probleme. Als ihm eine Kapellmeisterstelle in Dresden offeriert wurde, verließ er Bamberg.

 

Die finanzielle Lage bleibt weiter schlecht. Tagebucheintrag am 26.11.1812: "Alten Rock verkauft, um nur essen zu können."

 

Im September schreibt Hoffmann seine musikalische Erzählung Don Juan nieder.

 

 

Dresden und Leipzig (1812 - 1814/15)

 

Die berufliche und künstlerische Entwicklung Hoffmanns ist in dem hier Aufgezeichneten sehr klar zu verfolgen. Der Dichter tritt nun immer mehr in den Vordergrund. Wer gerne etwas spekuliert, kann seine Gedanken vielleicht auch etwas abschweifen lassen und aus einem Kuriosum weiteren Nährboden für seine Fantasie schöpfen: Gerade während dieser wirren Jahre in Dresden und Leipzig wird dort ein anderer Mehrfach-Künstler geboren, nämlich Richard Wagner...

 1813

Das Angebot einer Stelle als Musikdirektor der Operntruppe Joseph Secondas in Dresden und Leipzig gibt Hoffmann Gelegenheit, sich aus Bamberg zu entfernen.  Am 18. März schließt er mit Kunz einen Verlagsvertrag ab, und Ende April siedelt er nach Dresden über. Dresden ist für E.T.A. eine Quelle der Inspiration, er ist begeistert von der Gemäldegalerie und der Schönheit der Stadt. 

Hoffmann hält sich wechselnd in Dresden und Leipzig auf.  Am 27. und 28. August Schlacht bei Dresden. Inmitten der Tageswirren ist Hoffmann für den Rest des Jahres als Operndirigent unter Seconda sehr beschäftigt. Er beginnt die Komposition an der Oper "Undine"

Unter anderem entstanden hier Der Magnetiseur, Der goldene Topf, Der Sandmann, der erste Teil der Elixiere des Teufels, der 1815 erschien, und der zweite Teil, der 1816 in Berlin herauskam.

1814

Arbeitet er auch in Leipzig unter Seconda, doch im Winter kommt es zum Streit mit Direktor Seconda und der kündigt ihm nicht nur, er verbietet ihm auch, das Theater zu betreten

Die Folge ist seine Übersiedlung nach Berlin.  Dies führt zu weiterer Not und Krankheit. 

 

April: Die Erzählung Die Automate erscheint in der Zeitschrift für die elegante Welt

August: beendigt Hoffmann die Komposition seiner Oper Undine

 

September: Sein Freund Hippel half ihm. Er setzte es durch, daß E.T.A. Hoffmann nach Berlin zum preußischen Justizministerium berufen wurde. Obwohl E.T.A.Hofmann 10 Jahre nicht mehr am Gericht gewesen war, bot man ihm an, nach einem halben Jahr Einarbeitungszeit (ohne Bezahlung) als Kammergerichtsrat fest angestellt zu werden.

Das bedeutete für E.T.A. Hoffmann die Rettung. Er sagte zu und übersiedelte nach Berlin. Bis zu seinem Tod hat er Berlin nicht mehr verlassen. Hier fand er eine richtige Heimat, Anregung, Freunde und Zeit für seine Arbeit; er mußte nur drei Tage in der Woche am Kammergericht sein.

Bamberg hatte manche motivische Spuren hinterlassen. Vor allem gehen zwei Opern auf diesen fünfjährigen Aufenthalt zurück: Aurora und Undine. Das letztgenannte Musikwerk, nach einer Eingebung auf der Altenburg entstanden, gilt heute als die erste romantische Oper in Deutschland (noch vor Webers Freischütz). Sie wurde während Hoffmanns Berliner Zeit mit großem Erfolg aufgeführt. Inzwischen erfreut sich seine Musik zunehmender Beliebtheit.

 

 

Band I und II der "Phantasiestücke in Callots Manier" (Herausgegeben bei Kunz in Bamberg)
"Nachtstücke", "Ignaz Denner", "Seltsame Leiden eines Theaterdirektors", "Klein Zaches",
Briefe und Reiseberichte

 

Berliner Jahre  (1814/15 – 1822)

 1815

Am 26. September 1814 kommt Hoffmann in Berlin an.  Dort sieht er Hitzig wieder und macht Bekanntschaft mit Fouqué, Chamisso, Eichendorff , Humboldt, Tieck, Bernhardi, Philipp Veit und anderen.

Beginn von Hoffmanns Freundschaft mit Ludwig Devrient. 

Fast täglich traf er sich mit dem Schauspieler Devrient in der Weinstube „Lutter und Wegener“.

"Abenteuer in der Silvesternacht",
"Der Artushof", "Der Doppelgänger", 1814 - 1816
"Die Elexiere des Teufels", "Nußknacker und Mausekönig","Der Sandmann"

1816

Am 22. April wird Hoffmann zum Kammergerichtsrat ernannt. Er arbeitete sich schnell wieder in den Beruf ein zur vollen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten. In einem Jahresbericht an den Justizminister heißt es im Schreiben von Trützschler : "

 

Er (E.T.A. Hoffmann) nimmt würdig den ersten Platz im Kriminalsenat ein. Selten ist die Kunst, rasch und mit der höchsten Präcision zu arbeiten, mit dem Talent, tief in den Geist der Gesetze einzudringen, in so hohem Grade vereinigt, wie bey ihm."

 

Ein großer Triumph für E.T.A. Hoffmann war die Tatsache, daß am 3. Juli 1816 seine Oper "Undine" im Berliner Schauspielhaus aufgeführt wurde. Es war ein großer Erfolg, auch Carl Maria von Weber lobte ihn.
Nach zwanzig Vorstellungen brannte das Theater ab. Hoffmanns Partitur und das gesamte Notenmaterial wurden von den Flammen zerstört.

 

Märchen: Nußknacker und Mausekönig

Erscheinen der Romane

"Die Elexiere des Teufels Band2",
"Das fremde Kind", "Das Majorat"

1817

Stammgast bei Lutter und Wegener

 

Märchen Das Fremde Kind im 2. Band der Kindermärchen heraus

Nachtstücke, hg. vom Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier in zwei Teilen

Erzählung „Das Majorat“

"Das Gelübde", "Das steinerne Herz", die "Nachtstücke" erscheinen

1818

Im Frühjahr dieses Jahres erkrankt Hoffmann schwer. 

Im Sommer erwirbt Hoffmann einen Kater.  Er nennt ihn "Murr".

"Meister Martin der Küfner und seine Gesellen"
"Das Fräulein von Scuderi"
"Doge und Dogaressa"
"Klein Zaches genannt Zinnober"
"Die Bergwerke zu Fallun"

1819

Unternahm eine Erholungsreise nach Schlesien, die auch zu einer Linderung seiner Leiden führte.

 

Anfang Oktober wird er Mitglied der von Wilhelm II. eingesetzten "Immediat-Untersuchungskommission zur Ermittlung hochverräterischer Verbindungen und anderer gefährlicher Umtriebe", und bereits Ende November beginnen die Streitigkeiten dieser Kommission, besonders Hoffmanns Einsatz für den Turnvater Jahn (Friedrich Ludwig Jahn) gegenüber der preussischen Regierung. Er geriet schnell in Konflikt mit dem Polizeidirektor von Kamptz. Hoffmann, der einerseits pflichtgetreu seine Aufgaben als Beamter erledigte, weigerte sich bald, die polizeiliche Willkür gegenüber liberalen und demokratischen Bewegungen zu unterstützen. Er erwirkte seine Demission (Rücktritt), konnte es sich jedoch nicht verkneifen, im 1822 beendeten Meister Floh der Figur des mittelgradig schwachsinnigen Spitzels Knarrpanti die Züge des Polizeidirektors zu verleihen.

 Er hatte den Polizeidirektor von Kamptz in "Meister Floh" aufs beste karikiert.-  Knarrpanti: „Das Denken sei an und vor sich selbst schon eine gefährliche Operation und würde bei gefährlichen Menschen eben desto gefährlicher.“

Weiter ließ er ihn sagen:  dass, sei erst der Verbrecher ausgemittelt, sich das begangene Verbrechen von selbst finde“.

 

Eine Disziplinaruntersuchung war die Folge, das Manuskript des Meister Floh wurde beim Verleger beschlagnahmt und durfte dann nur zensiert in Druck gehen. Erst 1908 erschien erstmalig der vollständige Text. Hoffmann, der vom Tod gezeichnet seinen Lehnstuhl nicht mehr verlassen konnte, erlebte das Ende des Prozesses nicht mehr.

 

Band 1 des Kater Murr
"Der unheimliche Gast", "Spielerglück", "Signor Formica",
"Die Brautwahl", "Die Serapionsbrüder I, II, III und IV", "Heimatochare"

Das Fräulein von Scuderi

Die Brautwahl

 

 

1820

Fortsetzung von Hoffmanns Auseinandersetzungen mit der preußischen Regierung. 

 

"Irrungen"

"Prinzessin Brambilla"

"Kater Murr" I. Band

1821

Oktober:  Hoffmann wird in den Oberappellations-Senat des Kammergerichts mit Wirkung vom 1. Dezember versetzt. In Berlin hat er Ruhe gefunden und er setzte dieser Stadt ein Denkmal in "Die Abenteuer der Silvesternacht".

Kater Murr wäre der umfangreichste Roman von E.T.A. Hoffmann geworden, wenn er die Zeit gehabt hätte,
ihn zu vollenden. Der Roman - auch in unvollendeter Form - hat ein geistiges Gewicht wie kaum ein anderer
Roman aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch für E.T.A. Hoffmann selbst war KATER MURR sein bedeutendstes und liebstes Werk. Der Kater hat wirklich gelebt und E.T.A. Hoffmann hat tief getrauert, als er starb.

Der 2. Band des Kater Murr erscheint Mitte Dezember.
"Gesammelte Erzählungen und Märchen"
"Geheimnisse ", "Der Elementargeist"
"Die Königsbraut", "Meister Floh"
"Des Vetters Eckfenster"
"Kater Murr" II. Band (unvollendet)

1822

18. Januar erkrankt Hoffmann sehr schwer an seiner letzten Krankheit.  23. Januar:  Die preußische Regierung beschlagnahmt das Manuskript und die fertigen Druckbogen zu Meister Flo.  Auf Anordnung Friedrich Wilhelms III. wird Hoffmann am 22. Februar am Krankenbett vernommen, und am 23. März diktiert dieser seine Verteidigungsschrift. 

Am 14. April 1822 besucht ihn sein Freund Hippel. Hoffmann ist krank, er weint, als der Freund Abschied nimmt, was sonst nicht seine Art war. Er hat wahrscheinlich geahnt, dass er ihn nie mehr sehen würde.

 

In der ersten Aprilhälfte diktiert Hoffmann seine Erzählung Des Vetters Eckfenster, die in der April/Mai-Nummer des Zuschauers erscheint.  Meister Floh erscheint im Frühjahr bei Wilmans, Frankfurt/Main in verstümmelter Form im Frühjahr.  Am 25. Juni, gegen 1/2 11 Uhr morgens, verstirbt Hoffmann und wird am 28. Juni auf dem Neuen Friedhof vor dem Halleschen Tor beerdigt.

E.T.A. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 im Alter von 46 Jahren in Berlin, wenige Tage nach Vollendung des meisterlichen Werks "Des Vetters Eckfenster".

 

 

Gesellschaft

und Ansehen

-

Kommentare

von anderen

-

Eigenarten

Gewiß, Hoffmann trank bis zur Halluzination. »Alle Nerven excitiert von dem gewürzten Wein – Anwandlung von Todes-Ahndungen – Doppelt-Gänger«, lautet ein Tagebucheintrag vom 6. Januar 1804.

Er trank zur Anregung der Phantasie, bis Gesichte vor sein Auge traten, Schimären, Geister, Kobolde im dunklen Zimmer rumpelten, bis er sich selbst gegenüberstand und mit dem Anderen seines Ichs geheime, furchtbare Zwiesprache hielt.

Ein Geisterseher? Man sollte endlich davon Abstand nehmen. Er schrieb, wenn er wieder nüchtern wurde, wenn sein Verstand das Phantastische dem Realen wieder unterordnen konnte. Aber ein Rest der Alptraumwelt schlug sich in seiner Arbeit nieder; Unheimliches und Irreales brechen dort immer wieder in die dargestellte Welt ein.

 

Leistung

Wie kaum ein anderer zu seiner Zeit blickte er hinter die Fassade der Menschen, die sich anschickten, den Weg des Fortschritts zu beschreiten, erkannte die Gefahren und konnte sich dabei seinen Humor bewahren.

 

 

 

 

 

Sonstiges

E. T. A. Hoffmann führte zeitlebens eine solche Doppelexistenz zwischen Kunst und Beruf, Phantasie und Realität. Spätestens seit seinen "Lehr- und Marterjahren" in Bamberg sollte diese Spannung zum Antrieb wie auch zum Leitthema seiner Kunst werden; in den Berliner Jahren wurde sie erst vollends produktiv.

Tiefenpsychologisch weisen die Werke E.T.A. Hoffmanns weit über ihre Zeit hinaus.
Seine Erzählkunst hat der der deutschen Literatur Weltgeltung verschafft.

Als Komponist gehörte E.T.A. Hoffmann zu den Wegbereitern der musikalischen Romantik

Wie sich das Leben Hoffmanns in Gegensätzen bewegte, er war ein gewissenhafter Beamter und ein leidenschaftlicher Künstler, so stehen in seinen Werken Alltagswelt und phantastische Welt nebeneinander. Oft gehen diese beiden Welten ineinander über. Hoffmanns unfreiwilliges Außenseiterdasein öffnete ihm den Blick auf die Nachtseiten der Natur, hinter die Fassade einer oft nur geheuchelten bürgerlichen Harmonie. Nicht die Flucht des Romantikers ins Phantastische, sondern seine verschiedenen Auseinandersetzungen mit der Realität führten ihn zum Erkennen des Widersinnigen, Grotesken, Hintergründigen und der Ironie. Die Miteinbeziehung von Fabelwesen, Feen, Geistern, Gnomen, Automaten und Tieren schafften Distanz und öffneten neue Bereiche des Denkens. Immer wieder begegnet man in den Werken Hoffmanns, dem Ringen des bösen mit dem guten Prinzip. In seinen Märchen gewinnt diesen Kampf der Prinzipien immer das Gute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E.T.A. Hoffmann

Geliebte: Julia Mark

um 1810-1812

 

 

Kupferstich nach einer Zeichnung Hoffmanns, in: Aus Hoffmann's Leben und Nachlass. Herausgegeben vom Verfasser des Lebens-Abrißes Friedrich Ludwig Zacharias Werners [d.i. Julius Eduard Hitzig], Erster Theil, Berlin 1823, Frontispiz (Signatur 1: 26 ZZ 212-1).

Dazu J. E. Hitzig (ebd., nach S. XIV):

"Das gegenwärtige Bild ist nach einer Kreidezeichnung, die Hoffmann, eines Tages, als seine Frau ausgegangen war, auf einen Royalfoliobogen in Lebensgröße hinhuschte, und sie hinter ihre Blumentöpfe steckte, damit sie, wenn sie, heimgekehrt, ihn zwischen die Blumen hindurch blicken sähe, einen kleinen Schreck bekomme. Er hatte seinen Kopf gut in der Hand, aber so sich doch nie getroffen. Nach seinem Tode fand der Herausgeber die Zeichnung zerknittert, und fast ganz verwischt, unter dem Bücherschrank, und kann es Herrn Professor Buchhorn nicht genug danken, dass er es übernahm, aus den spärlichen Resten, das höchst geistvolle Blättchen zu liefern."

 

Zwei Jahre   unterrichtet er sie, bis er sich irgendwann Ende 1810 in seine Schülerin verliebt. In seinem Tagebuch nennt er sie "Käthchen", abgekürzt "Kthch" oder „Ktch.“ [2] Er muss ihren Namen verschlüsseln, weil seine Ehefrau Mischa manchmal in seinem Tagebuch liest. Trotzdem kommt es aber zu Eifersuchtsszenen. Über ein Jahr lang hat Hoffmann sich äußerste Zurückhaltung auferlegt, seine Gefühle nicht gezeigt und sie nur dem Tagebuch anvertraut. In griechischer, deshalb für Mischa nicht entzifferbarer Schrift notiert er am 16.02.1811: „Diese romantische Stimmung greift immer mehr um sich und ich fürchte es wird Unheil daraus entstehen“. Zwei Tage später: „Ktch - in ihr leben und sind wir!“

 

Schnell erreicht seine nach außen stumme Leidenschaft eine verzweifelte Energie: „Hol' der Teufel die kuriose Stimmung - entweder schieße ich mich tot wie ein[en] Hund, oder ich werde toll!“ (Tagebucheintrag 28.02.1811).

 Hoffmann liebt Julia nicht nur platonisch. Am 18.03.1811, seine Gefühle für das Mädchen haben laut Tagebuch „beinahe den höchsten Gr(ad) erreicht“, legt sich Hoffmann ins Bett und onaniert. Er verschlüsselt das in der Bemerkung „Abends Pipicampo und geistiger Ehebruch“. Natürlich wird sein körperliches Verlangen von der zunächst ahnungslosen Julia frustriert. Eine Affäre mit der sehr jungen Schauspielerin Demoiselle Neuherr, die er selbst als „Blitzableiter“(Tagebucheintrag vom 28.01.1812) bezeichnet,  mildert den Druck der von Julia frustrierten Wünsche.

 

 

Brief Ludwig van Beethovens an E.T.A. Hoffmann

Brief Ludwig van Beethovens an E.T.A. Hoffmann, Wien, 23.3.1820

Staatsbibliothek, Musikabteilung (Signatur 1 : Mus. ep. Beethoven 121).

 

"Euer wohlgebohrn!

Ich ergreife die Gelegenheit durch Hr: Neberich, mich einem So geistreichen Manne, wie sie sind, zu nähern - auch über meine wenigkeit haben sie geschrieben, auch unser Schwache Hr: Starke zeigte mir in Seinem Stammbuche einige Zeilen Von ihnen über mich, Sie nehmen also, wie ich glauben muß, einigen Antheil an mir; Erlauben Sie mir zu sagen, daß dieses, von einem mit So ausgezeichneten Eigenschaften begabten Manne ihres gleichen, mir sehr wohl thut.

 

ich wünsche ihnen alles Schöne u. Gute und bin

Euer wohlgebohrn

Mit Hochachtung

ergebenster

Beethoven"

 

Zitiert nach: E.T.A. Hoffmanns Briefwechsel. Gesammelt und erläutert von Hans von Müller und Friedrich Schnapp. Herausgegeben von Friedrich Schnapp. 2. Band, Berlin 1814-1822, München 1968, S. 245.

 

Besucherzähler